2008 und früher

politikum_1Ein bekannter Künstler unserer Heimatstadt war an den Verschönerungsverein Remagen mit der Frage herangetreten, ob wir nicht seinen Beitrag zur Remagener Kunstmeile irgendwie unterbringen könnten. Er bot außerdem an, sein Werk kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Der Künstler möchte allerdings nicht genannt werden. Er befürchtet sonst einerseits gehäuftes Auftreten von Anträgen zu weiteren Spenden, andererseits abfällige Beurteilungen aus der Szene, was weiteren lebenserhaltenden Aufträgen eher abträglich wäre.

politikum_2Nach Inaugenscheinnahme dieses gelungenen Werkes war der Vorstand der Auffassung, dass es, Harmonie hin, Schönheit her, höchst anregend auf Diskurse seitens der Betrachter sei. Was laut Prof. Stecker (Leiter des Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg, Kunsthistoriker und Kritiker) eine wichtige Forderung an eine solche Installation ist.

Wir versprachen dem Künstler, sein Werk, ohne einen Pfennig Kosten für den Steuersäckel, an exponierter Stelle zu platzieren und es in gebührender Form zu präsentieren.

Genau ein halbes Jahr nach Enthüllung des Caracciola-Denkmals am Rhein, am 21. Juni 2001 zum Sommeranfang, hat dann der Verschönerungsverein Remagen um punkt 18:00 Uhr zur Enthüllung des Werkes „Politikum“, am 21. Dezember 2001 zum Winteranfang, auf dem jungen Maisons-Laffitte-Platz (Bahnhofsvorplatz) eingeladen.

Von den geladenen Gästen sind leider nur ganz vereinzelte gekommen (et ess zwar kalt on naaß, äwer drüch). Einige drücken sich im Bahnhofs-Schatten hinter den Taxis 'rum.

Angestrahlt von mehreren tausend Watt fällt es leicht, die aufstrebenden Linien mittels einer wohlbedachten Rede von Protokollführer Claus Dreesbach (siehe PDF-Datei Politikum-Ansprache) ins rechte Licht zu rücken. Wir übergaben das Werk, Politikum genannt, den Bürgern der Stadt Remagen und allen Interessierten von nah und fern.

 Möge es dazu beitragen, dass Kunst nicht aufs Abstellgleis gerät, und dat kräftig die Schnüsse jeschwadt werde.

partnerstadtflaggenpartner1Am 12. 8. 81 wurde die 1.000. deutsch-französische Partnerschaft zwischen den Städten Remagen und Maisons-Laffitte unterschrieben.  Stolz präsentieren die Bürgermeister Dr. Pierre Dupres und Hans Peter Kürten die Partnerschaftsurkunde. Gemeinsam pflanzten am 25.09.1999 Bürgermeister Lorenz Denn und sein Amtskollege Jaques Myard eine von Verschönerungsverein Remagen gestiftete Hänge-Blutbuche in den Park von Maisons-Laffitte. 
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Die Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Frau Erika Kissling-Cremer, betonte bei ihrer Ansprache, dass Laubbäume ein wesentlicher Teil unserer Umwelt seien und an vielen Orten der Erde stehen. Unter ihrem Kronenschutz treffen sich Menschen zur Begegnung im offiziellen und geselligen Bereich des Lebens.

Auf der Suche nach Aktivitäten stießen im Jahre 1986 einige Vorstandsmitglieder des Verschönerungsvereins auf den vor sich hindümpelnden Weiher am Waldschlösschen. Besonders an heißen Tagen war dieses beliebte Naherholungsgebiet im Remagener Stadtwald von einer unangenehmen Duftwolke umhüllt. Ursache: Das Wasser im Weiher war biologisch tot. Seit Jahren wurde nichts dagegen unternommen. In enger Zusammenarbeit mit eini­gen Fachleuten startete der Verschönerungsverein im Frühjahr 1987 umfangreiche Rekultivierungsmaßnahmen, nachdem das größte Problem für den Verein gelöst war - die Finanzierung der erforderlichen Arbeiten.

weiher1Die Rekultivierungsmaßnahmen konnten im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung und den Wasserbehörden reibungslos durchgeführt werden.

Zunächst wurde das tote Wasser abgelassen. Anschließend rückte ein Spezialunternehmen an und baggerte mit schwerem Gerät hunderte von Kubikmetern Schlamm und Unrat aus dem Weiher. Boden und Uferbereich des Weihers wurden mit dem in diesem Gebiet vorhandenen Ton abgedichtet.

Der heutige stellv. Kreisfeuerwehrinspekteur Eduard Krahe arbeitete mit seinen Feuerwehrkameraden einen Plan aus, wie man den Weiher wieder mit Wasser füllen könnte. In einem Großeinsatz aller Feuerwehreinheiten aus dem Stadtgebiet, bei dem 210 Wehrleute in 7 Schichten am Wochenende 29. bis 31. Mai 1987 im Einsatz waren, wurden 2,5 Millionen Liter Wasser aus dem Rhein in den Weiher gepumpt. Bei der Wasserförderung vom Rhein zum Weiher musste ein Höhenunterschied von 123 Meter überwunden werden. Die Wegstrecke betrug 850 Meter. Verlegt wurden zweimal 850 Meter Schlauchleitungen. Zur Überwindung des Höhenunterschiedes mussten insgesamt vier Pumpstationen eingerichtet werden. An der Entnahmestelle am Rhein, an der Villa Heimann, im Bereich der roten Erde und unterhalb der Einlaufstelle am Weiher. 16 Tragkraftspritzen kamen im Wechsel rund um die Uhr zum Einsatz. Besonderes technisches Gerät, das für diesen Einsatz erforderlich war, wurde von der Feuerwehr der Kreisstadt und der Landesfeuerwehrschule überlassen. Es wurden rund 2000 Liter Kraftstoff sowie zig Liter Öl für den Einsatz der Tragkraftspritzen verbraucht. Die Feuerwehr richtete hierfür eigens einen Tankdienst ein.

weiher2Nachdem alle Vorbereitungen für den Pumpeinsatz getroffen waren, konnte Einsatzleiter Eduard Krahe am Freitag, 29. Mai 1987, um 18.10 Uhr über Funk an die vier Pumpstationen den Befehl ,,Wasser marsch" geben. Für die Wehrleute aus Remagen, Kripp, Unkelbach, Öedingen, Oberwinter und Rolandswerth begann eine lange Nacht. Alles verlief reibungslos. Am Samstag, 30. Mai 1987, war gegen 16.00 Uhr der vorgesehene Wasserstand von 1 Meter auf der rund 2400 Quadratmeter großen Weiherfläche erreicht. Die Pumpen wurden wieder abgestellt.

Während des gesamten Einsatzes wurden die Wehrleute bestens über den von der DRK-Bereitschaft Remagen und vom Vorstand des Verschönerungsvereins eingerichteten Verpflegungsdienst versorgt.

Nach etwa zwei Monaten konnten alle an der Rekultivierung des Weihers Beteiligten mit Stolz auf ein gelungenes Werk blicken. Boden und Uferbefestigung des Weihers waren dicht, der Wasserstand hielt seine Höhe. Im Sommer erblühten bereits die ersten von der Möhnengruppe ,,Top 7" gestifteten Wasserrosen.

Eine Interessengruppe übernahm fortan die Pflege des Weihers. Im Uferbereich wurden Wasserpflanzen aller Art eingepflanzt, der Gehweg rund um den Weiher wieder in Ordnung gebracht und Ruhebänke aufgestellt. Nistkästen haben inzwischen für den Bereich typische Vogelarten angelockt. Wasservögel sind hier ebenfalls heimisch geworden. Eingesetzte Fische fühlen sich längst wohl im Weiher. Inzwischen kann man wieder von einer funktionierenden biologischen Lebensgemeinschaft rund um den Weiher am Waldschlösschen sprechen - dank der Initiative des Verschönerungsvereins, der Interessengemeinschaft, der Bewohner des Waldschlösschens und all derer, die sich auch heute noch für ein intaktes Leben rund um den Weiher einsetzen.

Dieser Beitrag stammt aus der Festzeitschrift zum 125-jährigen Jubiläum des Verschönerungsverein Remagen e V. aus dem Jahre 1992. Die Bilder wurden in den Jahren 2009/2010 aufgenommen.

Die Planungsunterlagen sowie der entsprechende Zeitungsbericht wurden uns freundlicherweise von der  freiwilligen Feuerwehr Remagen zur Verfügung gestellt.

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